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BioWild-Projekt

Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern

Ausgangslage
Der Lebensraum Wald leistet wertvolle gesellschaftsrelevante Beiträge z. B. im Hinblick auf den Klimawandel als Kohlenstoffsenke oder als Ökorohstoff. Außerdem ist der Wald wichtig für den Trinkwasserschutz und dient als Refugium für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Vielen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern sichert der Wald außerdem ihre betriebliche Existenz und insbesondere der urbanen Bevölkerung ermöglicht er einen vielseitigen Ausgleich als Erholungsraum.

Allerdings können oben genannte Waldfunktionen durch überhöhte Schalenwildbestände (insbesondere Reh-, Rot-, Muffel- und Schwarzwild) erheblich beeinträchtigt und im Klimawandel langfristig sogar grundsätzlich in Frage gestellt werden. Wild kann die nachwachsende Generation des klimatoleranten Mischwaldes regelrecht auffressen.

Darum soll im Rahmen des Projekts "Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern" - kurz BioWild-Projekt - deutschlandweit der Wildeinfluss auf die Waldvegetation untersucht werden. Wir suchen also keine Schuldigen, sondern Lösungen für eventuell vorhandene Probleme.

Ziele
Die Projektergebnisse sollen mit ihren objektiven Daten wie z. B. den Zustand der Vegetation zeigen, welche unmittelbaren bzw. langfristigen ökologischen und ökonomischen Konsequenzen die jeweiligen Wildeinflüsse haben und wie diese durch Entscheidungen der Waldeigentümer und Jäger beeinflusst werden können.

Umsetzung
Bisher gibt es keine großräumigen, bundesweiten Daten zur Beschreibung der bodennahen holzigen und krautigen Waldvegetation bei einem "gegebenen" Schalenwildbestand. Darum wird mit bundesweit 248 Weisergattern samt entsprechender ungezäunter Vergleichsflächen der Einfluss des Schalenwilds auf die Waldvegetation erfasst. Die Daten lassen Rückschlüsse zu, ob sich Wald und Wild in einer Balance befinden oder eben nicht.

Projektstruktur
Durch die ANW wurden zusammen mit den Universitäten Dresden, Göttingen und München in den fünf Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen BioWild-Pilotregionen eingerichtet. Auf rund 25.800 Hektar Waldfläche sind alle Waldbesitzarten sowie gemeinschaftliche und Eigenjagdbezirke vertreten. Auf dieser Grundlage ist eine breite Streuung der Jagdformen, der Waldgesellschaften, der Bodenfruchtbarkeit der Waldstandorte bzw. des Reliefs, der Meereshöhe etc. gegeben. So können bundesweit repräsentative Resultate zur Bewertung unterschiedlicher Biodiversität bei sich ändernden Schalenwilddichten - unter gleichzeitiger Berücksichtigung verschiedener Jagdstrategien - abgeleitet werden.

Finanzierung
Das Finanzvolumen des Projekts umfasst rund 2,62 Mio. EUR. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums in Höhe von 2,04 Millionen EUR gefördert. Die verbleibenden 0,58 Mio. EUR werden durch die Verbundpartner mit Eigenmitteln bzw. teilweise durch Beiträge von Waldbesitzern, Forstverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen finanziert.

Weitere Informationen
Vielfältige Informationen rund um das BioWild-Projekt sowie die Wald-Wild-Thematik erhalten Sie unter www.biowildprojekt.de.
Das Team aus dem Projektbüro BioWild steht Ihnen gerne für weitere Rückfragen unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

ANW Deutschland e. V.
Projektbüro BioWild
Wormbacher Straße 1
57392 Schmallenberg

Tel: + 49 (0) 29 72 / 98 49 379
E-Mail:
BioWild-Homepage:www.biowildprojekt.de