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Weißtanne – Nadelbaum mit Zukunft

Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft e. V. startet Weißtannenoffensive

Die Fichtenfläche ist durch Schadereignisse oder durch den Umbau in klimastabilere Mischwälder alleine seit der letzten Bundeswaldinventur um 8 % zurückgegangen. Bereits zwischen 1987 und 2002 nahm die Fichtenfläche in den alten Bundesländern um ebenfalls 8 % ab. Dies ist problematisch, da derzeit über 75 % der Wertschöpfung von Forst- und Holzwirtschaft auf der Nutzung- und Verarbeitung von Nadelholz basiert. Dieses wertvolle Holz fehlt perspektivisch.

Entsprechend sind die Einnahmen für den Waldbesitz und die Versorgung der Sägeindustrie mit diesem knappen Rohstoff nun gefährdet. Verschärft wird die Situation dadurch, dass nach den Vorstellungen vieler Naturschützer Nadelholz überwiegend durch Laubholz ersetzt werden soll.

Gibt es dennoch eine wirtschaftlich interessante und gleichzeitig ökologisch unbedenkliche Alternative zu Laubholz?

Alttannen in Südhessen.
Foto: Timo Ackermann

 

Die relativ klimastabile und heimische Weißtanne ist eine Option zur Bewältigung dieser Problemstellungen. Wie Forschungsergebnisse zeigen, ist die Weißtanne in der Lage, auf vielfältigen Standorten zu wachsen. Weit mehr als bisher angenommen. Folglich kann sie auch außerhalb ihres derzeitigen Verbreitungsgebietes auf geeigneten Standorten eingebracht werden. Die Weißtanne ist somit eine wirtschaftlich interessante und gleichzeitig ökologisch unbedenkliche Alternative zu Laubholz. Darüber hinaus ist ihr Holz ein hochwertiger und nachhaltig verfügbarer Werkstoff mit besten Eigenschaften.

Die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft e. V. (ANW) hat sich mit der Anfang Februar 2017 gestarteten Weißtannenoffensive, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird, das Ziel gesetzt, vorhandenes Praxis- und Forschungswissen zur Weißtanne aufzubereiten und in der Fläche zu kommunizieren. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mal eine Initiative für eine Nadelbaumart auf den Weg zu bringen. Es wäre ein  großer Erfolg, wenn es gelänge, mit der Weißtanne auf mehreren 1.000 ha neue nicht nur klimastabile, sondern auch wirtschaftlich aussichtsreiche Mischwälder zu etablieren.“, so Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der ANW.

In den kommenden zwei Jahren werden hierzu in allen Bundesländern insgesamt 20 Veranstaltungen in ausgewählten Regionen stattfinden um Waldbesitzer, Forstleute und Vertreter der Holzwirtschaft über den Anbau, die Pflege und die Verwendung der Weißtanne praxisnah zu informieren. Die Seminare werden dabei neben theoretischen Vorträgen auch anschauliche Beispiele bei Exkursionen in den örtlichen Wald anbieten. Intensive Diskussion mit den Fachleuten und das Sehen erfolgreicher Versuche bringen uns weiter!